Die CVP Kanton St.Gallen will mit einem klaren Profil, aktiver thematischer Positionierung und einer effizienten Organisation neue Schlagkraft und Wähleranteile gewinnen. Am gestrigen Parteitag lancierte sie dafür ein umfassendes Erneuerungs-Projekt, an dessen Anfang eine breite Basis-Befragung stehen soll. Als Projektleiter wählten die rund 140 anwesenden Mitglieder einstimmig den im September neu gewählten St.Galler Stadtparlamentarier Michael Hugentobler.

Nach dem Wahlmarathon der vergangenen zwei Jahre unterzieht sich die CVP Kanton St.Gallen einer grundlegenden Fitnesskur. An ihrem Parteitag lancierte sie einen umfassenden Erneuerungsprozess, im Rahmen dessen zuerst und insbesondere eine Befragung der Mitglieder- und Wähler-Basis der CVP im Kanton St.Gallen durchgeführt werden soll.
Im Bild: Projektleiter Michael Hugentobler, auf dem "Heissen Stuhl" befragt von Martin Huser.Breit abgestützte Arbeitsgruppen
Nachdem die Parteileitung die Grundzüge des Prozesses definiert und in den vergangenen Wochen mit den Regional- und Ortsparteien diskutiert hatte, wurde das Projekt "Erneuerung 09" am gestrigen Parteitag von den anwesenden rund 140 Mitgliedern beschlossen und lanciert. Drei möglichst breit abgestützte Arbeitsgruppen werden sich dem Fundament, den Kernthemen und der Organisation der CVP Kanton St.Gallen widmen. In den Arbeitsgruppen sollen Mitglieder verschiedenen Alters, Herkunft und Hintergrunds mitarbeiten und ihre Vorstellungen einbringen können. Eine Projektgruppe leitet die Arbeiten zusammen mit einem Projektkoordinator. In den kommenden Wochen werden die Arbeitsgruppen bestellt. CVP-Mitglieder im ganzen Kanton, die daran interessiert sind, die Zukunft ihrer Partei aktiv mitzuprägen, sind herzlich eingeladen, sich bei der Projektleitung zu melden.
"Das Potenzial ausschöpfen"
Zum Projektleiter und "Chef Erneuerung" wählten die anwesenden Mitglieder am Parteitag einstimmig Michael Hugentobler aus St.Gallen. Der 28-Jährige vielseitige Jungpolitiker wurde Ende September auf Anhieb ins St.Galler Stadtparlament gewählt. Der ausgebildete Lehrer und Inhaber einer eigenen Webdesign-Firma unterrichtet seit 2004 in einem Teilzeitpensum an der Katholischen Kantonssekundarschule "Flade". Als J&S-Experte und -Coach, erfahrener Pfadi-Abteilungsleiter, Unterlagerleiter im Pfadi-Bundeslager 2008 in der Linthebene und ehrenamtlicher OK-Verantwortlicher mehrerer Grossanlässe ist Hugentobler mit seiner breiten Führungserfahrung in Milizorganisationen ideal als "Chef Erneuerung" geeignet. Michael Hugentobler geht hoch motiviert an seine neue Aufgabe heran: "Ich bin überzeugt, dass unsere Partei noch mehr Potenzial hat. Dieses müssen wir aktivieren und ausschöpfen", betonte er am Parteitag. Er sieht seine Aufgabe vor allem als "Motor", der zusammen mit der Projektleitung den Prozess antreibt: "Die Mitglieder und Sympathisanten unserer Partei sind mit ihren Vorstellungen und Ideen der Treibstoff dieses Motors."
Projekt mit Langzeitwirkung
Als Grundlage der Erneuerung wird die Gruppe "Profil", die sich dem Fundament der Partei widmet, eine breite Basis-Befragung ausarbeiten. Zur Teilnahme an der Umfrage sollen im April nicht nur alle Mitglieder, sondern auch – via Internet – interessierte Wählerinnen und Wähler eingeladen werden. Spezielle Fragebogen werden an die Präsidentinnen und Präsidenten der Ortsparteien, an die lokalen Parteileitungen und an die Mandatsträgerinnen und Mandatsträger gehen. Im Sommer sollen die Antworten ausgewertet, so dass die Arbeitsgruppen nach den Sommerferien die Resultate verarbeiten und schliesslich Vorschläge für ein neues Leitbild, Kernthemen und ein laufendes Themenmanagement sowie zur Organisation machen können, die dann wiederum einem Parteitag vorgelegt werden sollen. "Wir sind uns bewusst, dass eine echte Erneuerung Zeit braucht. Ein solcher Prozess ist im Grunde nie ganz abgeschlossen", hält Michael Hugentobler fest. "Gerade die Umsetzung organisatorischer Veränderungen braucht viel Kraft." Das eigentliche Erneuerungs-Projekt soll jedoch innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden.
Erneuerung von unten
Die Erneuerung soll von unten greifen und die Verankerung der Partei in der Basis stärken. "Unser Ziel ist es, ein möglichst unverfälschtes Bild der Haltung unserer der CVP-Basis in unserem Kanton zu gewinnen", hält Beda Sartory fest, der als Mitglied und Vertreter der Parteileitung in der Projektgruppe mitwirkt. "Damit die Erneuerung gelingt, müssen wir unsere Mitglieder- und Wählerbasis möglichst breit mit einbeziehen können. So können die Vertreterinnen und Vertreter der CVP die Anliegen unserer Basis noch gezielter und wirksamer verfolgen und vertreten."
Wer daran interessiert ist, am Erneuerungs-Prozess mitzuarbeiten, findet im untenstehenden Projektbeschrieb nähere Informationen. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich bei Projektleiter Michael Hugentobler zu melden (erneuerung@cvp-sg.ch). 16. Januar 2009